Volkstrauertag

Zu unserer diesjährigen Veranstaltung hatten wir die Reservistenkameradschaft Kurmainz und Gotha zu Gast. In einer Rede erinnerte OG d.R. Daniel Dahmen an die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eckenheimerinnen und Eckenheimer,
wir versammeln uns heute, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in stillem GEDENKEN – in Trauer, aber auch in Verantwortung.
Wir gedenken der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege, der unzähligen Männer, Frauen und Kinder, die in den Jahren von Krieg, Terror und Vertreibung ihr Leben verloren. Wir erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – an die verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden, an politische Gegner, an Menschen anderer Herkunft oder Glaube- und Lebensweise. Ihr Leid mahnt uns bis heute.
Der Volkstrauertag ist kein Tag bloßer Rückschau. Er ist ein Tag der Mahnung – eine Mahnung, dass Freiheit und Menschlichkeit niemals selbstverständlich sind.
Und doch, meine Damen und Herren, müssen wir heute erkennen: Die Menschheit hat aus der Geschichte nicht genug gelernt.
Noch immer erleben wir Kriege und Unruhen – in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, in Südamerika und in Asien. Noch immer werden Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion oder Überzeugung verfolgt, vertrieben und getötet. Noch immer wird Gewalt als Mittel der Politik und Religion benutzt.
Auch wir in Deutschland müssen erneut erkennen: Frieden ist kein dauerhafter Zustand, sondern ein zerbrechliches Gut. Er braucht Schutz, Verantwortung – und die Bereitschaft, ihn zu verteidigen.
In dieser Verantwortung steht erneut die inzwischen 70-jährige Bundeswehr. Unsere Soldatinnen und Soldaten dienen mit Ehrfurcht der Sicherheit unseres Landes und dem Schutz unserer demokratischen Grundordnung. In einer zunehmend unsicheren Welt ist eine einsatzbereite, moderne und wehrfähige Bundeswehr kein Ausdruck von Militarismus, sondern Ausdruck von Vernunft.
Eine glaubwürdige Verteidigungs- und Wehrfähigkeit ist die Voraussetzung für Frieden und Stabilität. Nur wer bereit ist, Freiheit zu schützen, kann sie auf Dauer bewahren.
Der Volkstrauertag erinnert uns an die Opfer der Vergangenheit – aber er ruft uns auch dazu auf, der Gegenwart und Zukunft mit Verantwortung zu begegnen. Er fordert uns auf, Extremismus, Hass und Intoleranz entschieden entgegenzutreten – und für die Werte einzustehen, auf denen unser demokratisches Gemeinwesen ruht.
Möge unser GEDENKEN heute nicht nur der Trauer dienen, sondern auch der Besinnung. Möge es uns verpflichten, für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten – jeden Tag, mit Mut, mit Haltung und mit Herz.
Denn Erinnerung allein genügt nicht. Sie muss uns leiten – im Denken, im Reden und im Handeln.
Nie wieder darf geschehen, was damals geschah. Nie wieder – ist jetzt.
Ich danke Ihnen.

Reservistenkameradschaft Kurmainz / OG d.R. Daniel Dahmen

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